Wenn die Schulter zwickt: So entsteht ein Impingement (Teil 1)


Viele Menschen kennen Schulterschmerzen, vor allem wenn der Arm seitlich angehoben wird oder nachts in Ruhe. Ein häufiger Grund dafür ist das sogenannte Impingement. Das klingt kompliziert, bedeutet aber einfach:
In der Schulter ist zu wenig Platz und dadurch werden bestimmte Bereiche gereizt.

Was passiert da genau?

Die Schulter ist ein sehr bewegliches Gelenk. Damit der Arm gut heben, drehen und bewegen kann, müssen viele Strukturen eng zusammenarbeiten: Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen. Manchmal wird der Raum zwischen diesen Strukturen jedoch enger als er sein sollte. Dann reibt etwas aneinander oder wird gereizt und das führt zu Schmerzen.

Es gibt zwei Arten:

1. Die interne Form

Diese Form betrifft insbesondere Menschen, die viel Sport oder Arbeiten über Kopf machen, z. B. Tennis, Volleyball oder Wurfsportarten, aber auch Malerarbeiten etc.
Durch die hohe Belastung wird die Schulter auf Dauer überbeansprucht. Das führt dazu, dass es inneren, insbesondere zwischen Schulterblatt und Oberarmknochen, zu einer Einengung bzw. Einklemmung kommt. Schmerzen treten insbesondere dann auf, wenn der Arm seitlich angehoben wird und gleichzeitig nach außen gedreht wird.

Typische Schmerzbereiche sind:

  • Hintere Schulter
  • Oberer Bereich der Schulter und Schulterblatt: Oft ziehen die Schmerzen leicht nach hinten zum Schulterblatt.

2. Die externe Form

Hier wird der Raum oberhalb des Oberarmknochens enger. Gründe dafür können sein:

  • kleine Knochenanbauten, die im Alter entstehen können
  • Arthrose am Schultereck-Gelenk
  • ein gereizter oder geschwollener Schleimbeutel
  • eine gereizte Sehne der Schultermuskulatur

Das alles führt dazu, dass der Arm ab ca. 60° Anheben weh tut, aber häufig oft über 120° wieder weniger schmerzt. Das nennt man den „schmerzhaften Bogen“. Viele Betroffene berichten außerdem über Ruhe- und Nachtschmerzen, wenn sie z. B. auf der Schulter liegen.

Zusatzinfo: Ein Impingement kommt aber nicht nur in der Schulter vor. Auch andere Gelenke können zu wenig „Platz“ haben und dadurch schmerzhaft reagieren. Besonders häufig betrifft es, neben der Schulter, das Hüftgelenk sowie das obere Sprunggelenk. 

Aber keine Sorge, wenn Ihre Schulter einmal schmerzt. Viele Menschen denken dann sofort an eine Operation, doch oft lassen sich die Beschwerden durch gezieltes Training, Ruhe und einfache Maßnahmen deutlich lindern oder ganz beheben. Es gibt zahlreiche konservative Möglichkeiten, um die Schulter wieder beweglich und schmerzfrei zu machen. Im zweiten Teil unserer Schulter-Impingement-Serie können Sie erfahren, wie Sie Beschwerden in der Schulter gezielt angehen können.

Literatur und Quellen:

Chelli, M., Grimberg, J., Lefebvre, Y., Peduzzi, L., Hardy, A., Sanchez, M., Holzer, N., Garret, J., Bertiaux, S., Kany, J., Levigne, C., Clavert, P., & French Arthroscopic Society (2019). Internal impingement of the shoulder: An international survey of 261 orthopaedic surgeons. Orthopaedics & traumatology, surgery & research : OTSR105(8S), S207–S212. 

Garving, C., Jakob, S., Bauer, I., Nadjar, R., & Brunner, U. H. (2017). Impingement Syndrome of the Shoulder. Deutsches Arzteblatt international114(45), 765–776. 

Horowitz, E. H., & Aibinder, W. R. (2023). Shoulder Impingement Syndrome. Physical medicine and rehabilitation clinics of North America34(2), 311–334. 

Parsch, D. & Loew, M. (2010). Sportartspezifische Beschwerden und Krankheitsbilder der oberen Extremität. In H.-H. Dickhuth, F. Mayer, K. Röcker, & A. Berg (Hrsg.), Sportmedizin für Ärzte (S. 349-370). Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.

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